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Interview mit Dr. Grit Braeseke zur Gründung des Instituts

Auf dem dynamisch wachsenden Feld des Gesundheitswesens gewinnen europäische Themen zunehmend an Bedeutung. Das im Jahre 2007 neu gegründete Institut für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft IEGUS mit Sitz in Berlin trägt dieser Entwicklung Rechnung und strebt an, den Wandel im Gesundheitswesen aktiv mitzugestalten. Im Gespräch stellt sich die Leiterin des Instituts, Dr. Grit Braeseke, vor und erläutert die Ziele der Einrichtung.

Frau Dr. Braeseke, seit Ende April leiten Sie das neu gegründete Institut für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft IEGUS in Berlin. Ein folgerichtiger Schritt in Ihrer bisherigen Laufbahn?

Braeseke: Ich denke schon. Seit dreizehn Jahren arbeite ich in der Gesundheitswirtschaft. Zunächst war ich beim WISO Institut für Wirtschaft & Soziales beschäftigt, wo wir zahlreiche gesundheits- und sozialpolitische Studien und Gutachten erstellt sowie Symposien und Tagungen veranstaltet haben. Ab 1998 war ich bei WISO Consulting als Prokuristin hauptsächlich in den Bereichen Beratung und Veranstaltung von Kongressen tätig – besonders hervorzuheben ist hier der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit...


... für den Sie federführend zuständig waren?

Braeseke: Der Hauptstadtkongress wurde von Beginn an konzeptionell von mir begleitet, ich stand dessen Partnern während der gesamten Vorbereitung über jeweils ein Jahr beratend zur Seite. Dadurch habe ich die gesamte Bandbreite der Themen, die aktuell im Gesundheitswesen diskutiert werden, kennen gelernt. Persönlich habe ich schwerpunktmäßig die Programmarbeit des Ärzte- und Pflegekongresses betreut, aber auch die internationalen Kontakte in die EU und zur USA aufgebaut und gepflegt. Mit der Neugründung des IEGUS-Instituts eröffnet sich nun ein großer thematischer und inhaltlicher Gestaltungsspielraum. Bei IEGUS sehe ich die Chance, konzeptionell zu arbeiten, neue Lösungen in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft zu entwickeln und voran zu treiben. Und dies nicht nur beschränkt auf Deutschland, sondern auch darüber hinaus im europäischen Rahmen.


In der Gesundheits- und Pflegebranche gibt es bereits mehrere renommierte Forschungsinstitute. Wo ist die Marktlücke für IEGUS?

Braeseke: Sowohl an Universitäten als auch in der Privatwirtschaft gibt es in der Tat viele gesundheitswissenschaftliche Institute, weniger allerdings in den Bereichen Pflege und Sozialwirtschaft. Gleichzeitig ist hier der Bedarf an praxisnaher Forschung hoch, sei es aufgrund aktueller gesetzgeberischer Maßnahmen oder der Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft. Nicht zuletzt spielt auch Europa und der europäische Binnenmarkt im sozialen Sektor eine immer größere Rolle – Strategien, wie diesem Wandel zu begegnen ist, fehlen den Akteuren aber noch größtenteils.

Welche Ziele haben Sie sich in diesem Zusammenhang mit IEGUS kurz- und mittelfristig gesetzt?

Braeseke: Kurzfristig soll das Institut zunächst in der Branche bekannt gemacht werden. Am ehesten kann dies mit ersten inhaltlichen Ergebnissen gelingen. Wir werden uns zunächst auf Themen konzentrieren, die sich mit den wandelnden Arbeitsbedingungen in stationären und ambulanten Einrichtungen beschäftigen. Ärzte- und Pflegekräftemangel, aber auch medizinisch-technischer Fortschritt führen dazu, dass althergebrachte Formen der Arbeitsorganisation in den Einrichtungen überdacht werden müssen. Hier wollen wir erste Lösungsansätze entwickeln.

Ihr Leitmotiv lautet „for better health and care“. Wie wollen Sie dies verstanden wissen?

Braeseke: Das Leitmotiv soll zunächst einmal darauf hinweisen, in welcher Branche sich das Institut bewegt. Außerdem verdeutlicht es, dass Lösungen zur Veränderung der Prozesse und Strukturen in der Gesundheits- und Pflegebranche mit dem Ziel einer Verbesserung von Versorgungsqualität und Versorgungsniveau erarbeitet werden.

 

Das Gespräch führte Meiko Merda